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Hintergrundinformation zu Trauma

Erleben viele Menschen eine traumatische Erfahrung?
JA, weltweit gehen Forscher davon aus, dass ca. 75% der Weltbevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben eine plötzliche, lebensbedrohliche seelische Verletzung erleiden. ABER selbstverständlich brauchen nicht alle therapeutische oder ärztliche Hilfe zur Verarbeitung. Siehe dazu mehr unter: Schutzfaktoren / Risikofaktoren.

  • In der 2004 vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlichten Studie zur Gesundheit, Sicherheit und Lebenssituation von Frauen in Deutschland geben 40% aller befragten Frauen an, körperliche und oder sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. 70,9 % davon geben an, schwere Gewalthandlungen mit körperlichen Verletzungsfolgen erlebt zu haben. Sexualisierte Gewalterfahrung zerstört die Würde und hinterlässt tiefe Spuren in der Seele von Frauen. Viele von ihnen brauchen früher oder später therapeutische Hilfe, um sich wieder aufrichten zu können.
  • Die Vernachlässigung, Misshandlung und sexuelle Ausbeutung von Kindern unterliegt einer hohen Dunkelziffer. Nach einem Bericht der Bundesärztekammer (von 2009) heißt es, dass im Jahr 2007 von den Jugendämtern 28.000 Kinder in Obhut genommen werden mussten. Viele dieser Kinder leiden an komplexen Traumafolgestörungen – oft ein Leben lang, entsprechend verunsichert und eingeschränkt wird ihre Fähigkeit sein, als zukünftige Eltern ihren Kindern Bindungskompetenz und Sicherheit anzubieten.
  • Menschen, die Kriege überlebt haben, leiden oft stumm an tief greifenden Verletzungen, die sie in ihrer Seele einschließen. In der Kriegs- und Nachkriegszeit überwiegt die Not des Überlebens, erst wenn eine relative Sicherheit wieder hergestellt ist, kann das Erinnern einsetzen. Untersuchungen zeigen, dass Kinder die den 2. Weltkrieg erlebt haben, bei weitem nicht nur die "glücklichen Überlebenden sind, die es ja viel besser hatten als die Kriegsgeneration". Auch ihre Seelenmuster zeigen Prägungen von Lebensangst, Verlustängsten, Überlebensschuld, ambivalentem Beziehungsverhalten u.v.m. Diese Prägungen können auch auf die nachfolgende Generation übertragen werden
    (siehe auch Sabine Bode Externer Link).
  • Bis heute sind die Kriegsvergewaltigungen in Deutschland tabuisiert und stigmatisiert – viele der heute 70- bis 100-jährigen Frauen haben möglicherweise noch nie über ihre Erfahrungen sexualisierter Gewalt gesprochen (siehe auch Martina Böhmer Externer Link).
  •  Viele Migrantinnen und Flüchtlinge, die aus Kriegs- und Krisenregionen nach Deutschland geflüchtet sind, haben keinen Zugang zu qualifizierten Therapieangeboten. Ihre Schmerzen äußern sich oft in einem vielfältigen psychosomatischen Symptombild.

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