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Mein Beratungsansatz

"Plötzlich ist nichts mehr wie es war", sagen Menschen, die wissen, dass sie Situationen ausgesetzt waren, die für kurze - oder auf unbestimmte Zeit - ihr Leben entscheidend verändert haben. Damit beschreiben sie sehr anschaulich den Fachbegriff Trauma.

Die meisten Traumatisierungen finden mitten im menschlichen Zusammenleben statt: in der Familie, in der Gesellschaft, in Schulen, am Arbeitsplatz, auf der Autobahn … und sind bedingt durch menschliches Agieren. Das macht deutlich: Ein Trauma ist keine Krankheit, sondern ein soziales Ereignis und die schmerzlichsten und leidvollsten Traumatisierungen sind gewaltsame Verletzungen der Menschen-, Kinder- und Frauenrechte!

Natürlich entstehen durch diese Verletzungen krank machende Folgestörungen wie Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen, Post-/Traumatische-Belastungsstörungen (PTSD), Entwicklungs- und Bindungsstörungen bei Kindern, Beziehungsverunsicherung bei Erwachsenen u.v.m.

Um die Einsamkeit der Opfer – der Überlebenden – nicht weiter zu vertiefen hilft es, sie in ihrem psychosozialen Umfeld wahrzunehmen und eine individuelle Trauma-Bewältigung auf die Eingebundenheit in menschliche / soziale und kulturelle Systeme auszurichten.

Meine Arbeitsweise / Haltung

Die noch junge Wissenschaft der Psychotraumatologie zeigt, dass im Angesicht eines traumatischen Ereignisses psychophysiologische Reaktionsmuster das menschliche Überleben sichern. Mit anderen Worten, der Körper hat einen guten Grund (= Überlebenssicherung), warum er bei Lebensbedrohung auf "still halten" und "nicht merken" (freeze and fragment) schaltet.

In der Praxis bedeutet dies:

  • Ein vernachlässigtes Kind hat einen guten Grund, warum es
    sozial auffällig wird
  • Eine vergewaltigte Frau hat einen guten Grund, warum sie
    große Schwierigkeiten hat, sich in Beziehungen anzuvertrauen
  • Ein Mann, der gefoltert wurde, hat einen guten Grund, warum
    er nicht mehr sprechen kann.

Ausgehend von diesem Prinzip kann eine ressourcenorientierte therapeutische Begleitung beginnen!

Muss man den Auslöser von traumatischen Erfahrungen erinnern?
Nein, muss man nicht – aber man darf!

Es geht weder um eine zwingende Bewusstwerdung und Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis noch um eine Vermeidung des Aufdeckens der verletzenden Erfahrung. Wie so oft im Leben, so auch in der Therapie führen "Entweder - Oder" - Lösungen nicht wirklich zum Ziel.

Vielmehr folge ich dem inneren Plan: Würdigen was ist, Beziehung, Sicherheit und Begegnung sind Heilmittel, die zur Bewältigung der seelisch / körperlichen Schmerzen und Verletzungen führen können.

Bedingung dafür ist, dass sich die KlientIn das Vertrauen (wieder) erwirbt, dass die eigene "Körperweisheit" den Therapieweg anzeigen kann. Der Körper speichert die Erinnerungsmuster, z.B. einen Kloß im Hals. Die Frage: "Was braucht der Kloß, damit er sich wieder auflösen kann?", ist weit wichtiger als die Frage, warum er da ist.
Wichtig ist auch, dass die TherapeutIn sich so gut auf ihrem eigenen inneren sicheren Boden bewegen kann, dass sie ertragen kann, wenn KlientInnen unfassbare Geschehnisse erinnern. Gleichzeitig muss die TherapeutIn ihr Handwerk beherrschen und die KlientIn so wenig wie möglich den eigenen überflutenden Gefühlen aussetzen. Stattdessen ist es ihre Aufgabe, sie emotional zu halten und sie anzuleiten, sich an die eigenen Ressourcen anzubinden, bis sie wieder relative Sicherheit und Stabilität gefunden hat. Auf diesem Weg wächst eine neue Erfahrung heran und so wird auch das Geschehene emotional neu bewertet und im günstigen Falle integriert. Wie bei vielen tieferen Verletzungen bleiben auch hier Narben zurück, aber am Ende eines gelungenen Therapieweges steht die Gewissheit: Ich bin mehr als meine Traumatisierung! Ich bin ein Mensch mit vielfältigen Fähigkeiten! Die Narben in meiner Seele (und manchmal auch am Körper) erinnern mich daran, und wenn mir Schlimmes zustößt, stehen mir wirksame Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung.
 

 

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